Geografische Angaben

Allgemeine Informationen

Produkte mit besonderen Merkmalen, z.B. traditionellen Herstellungsverfahren oder regionalem Bezug, können gegen Missbrauch und Nachahmung geschützt werden. Zum Schutz dieser Produkte gibt es die beiden Herkunftsbezeichnungen g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) und g.g.A. (geschützte geographische Angabe) nach der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012.

NEUE "GARANTIERT TRATITIONELLE SPEZIALITÄT" IN DEUTCHLAND

Heumilch g.t.S.
Heumilch ist seit 04.03.2016 als erste für deutsche Unternehmen relevante „garantiert traditionelle Spezialität“ im Amtsblatt der Europäischen Union registriert. Nach erfolgreicher Eintragung sind alle Erzeuger, die Milch unter dem Namen „Heumilch“ vermarkten, verpflichtet, die Milch im Einklang mit der Produktspezifikation zu erzeugen und sich entsprechend dem Kontrollverfahren zu unterstellen. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie bereits Produkte mit der Bezeichnung "Heumilch" erzeugen und kennzeichnen bzw. wenn Sie planen, künftig „Heumilch“ zu erfassen. Gerne besprechen wir das weitere Verfahren mit Ihnen.
Ansprechpartner:
Peter Knuhr: Büro Augsburg, Tel: 0821- 34676-157
Linda Schuster: Büro Esslingen, Tel: 0711- 35 17 92-146

 

Des weiteren bezeichnet "g.U." (geschützte Ursprungsbezeichnung) Erzeugnisse, deren Erzeugung und Verarbeitung in einem bestimmten geographischen Gebiet nach einem festgelegtem Verfahren erfolgt.

Z.B. Allgäuer Emmentaler / Allgäuer Bergkäse g.U.

sowie  "g.g.A." (geschützte geografische Angabe) Erzeugnisse, bei denen mindestens eine Produktionsstufe (Verarbeitung oder Erzeugung) in dem Herkunftsgebiet erfolgt.

Z.B. Schwäbische Maultaschen g.g.A., Schwarzwälder Schinken g.g.A., Bayerisches Bier g.g.A.

Ergänzend zur Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 gibt es die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 668/2014 über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel und die Deligierte Verordnung (EU) Nr. 664/2014 im Hinblick auf die Festlegung der EU-Zeichen sowie im Hinblick auf bestimmte herkunftsbezogene Vorschriften, Verfahrensvorschriften und zusätzliche Übergangsvorschriften.

Durch die neuen Verordnungen ergeben sich im wesentlichen folgende Änderungen für die Kennzeichnung der Produkte mit geografischer Herkunftsangabe: 

  • Verwendung des EU-Zeichens: Wird der eingetragene Name verwendet, muss künftig das EU-Zeichen verwendet werden (ab 04.01.2016, VO (EU) Nr. 1151/2012 Art. 12 (3)). Die Textangabe ("geschützte geografische Angabe" oder "geschützte Ursprungsbezeichnung") ist nicht mehr ausreichend. 
  • Größe des EU-Zeichens: Der Mindestdurchmesser der Unionszeichen muss 15 mm betragen. Bei sehr kleinen Erzeugnissen kann das EU-Zeichen auf 10 mm reduziert werden (gültig seit 22.06.2014, VO (EU) Nr. 668/2014 Anhang X Nr. 4).
  • Farbe: Es dürfen ausschließlich die Originalfarben verwendet werden (VO (EU) Nr. 668/2014 Anhang X VO (EU) Nr. 668/2014: Vorgaben zu Farben (Nr. 1), Kontraste (Nr. 1, 2. Absatz), Schrift (Nr. 3)) . Die Verwendung der Zeichen in Schwarz und Weiß ist nur dann zulässig, wenn Schwarz und Weiß die einzigen Druckfarben auf der Verpackung sind (gültig ab 01.01.2016, VO (EU) Nr. 668/2014 Anhang X Nr. 2)

 

Spezifikation
Die aktuellen Produktspezifikationen, einschließlich der Anträge auf Änderung einer Produktspezifikation, werden im Markenblatt des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) veröffentlicht.

Die überarbeiteten Produktspezifikationen sind aus Sicht der zuständigen Kontrollbehörden als Grundlage für Herstellerkontrollen zu verwenden:

  • Teil 7e) Aktualisierung der Produktspezifikation
  • Teil 7 e-aa) Fassung der Produktspezifikation, die der Eintragung zugrunde liegt.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auch auf den Internetseiten der zuständigen Kontrollbehörden:
Baden-Württemberg
Bayern
Nordrhein-Westfalen

Für wen ist es gedacht

Interessant ist eine Zertifizierung für Erzeuger oder Verarbeiter, die Agrarerzeugnisse oder Lebensmittel mit einer geschützten Herkunftsbezeichnung gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 vermarkten wollen.

Anforderungen

Die Anforderungen sind in der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 sowie in der jeweiligen Spezifikation zusammen gefasst. Die Spezifikationen sind in der DOOR-Datenbank hinterlegt.

In den einzelnen Spezifikationen sind beispielsweise folgende Informationen enthalten:

  • Name des Agrarerzeugnisses oder Lebensmittel
  • Beschreibung der Produkte
  • Abgrenzung des geografischen Gebiets
  • Ursprungsnachweis
  • Beschreibung des Verfahrens zur Gewinnung
  • Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet
  • Vorschriften zur Etikettierung
Was macht die ABCERT AG

Als staatlich anerkannte Kontrollstelle achten wir darauf, dass die gesetzlichen Vorschriften der Verordnung 1151/2012 sowie die Anforderungen der jeweiligen Spezifikation eingehalten werden.

Die ABCERT bietet Ihnen die Kontrolle für Produkte, die als geschützte geografische Angabe (g.g.A), geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) oder garantiert tratitionelle Spezialität (g.t.S.) eingetragen sind.

Erfüllt Ihr Unternehmen die Anforderungen, erhalten Sie von uns Ihr Zertifikat. Dieses berechtigt Sie, die Erzeugnisse mit dem geschützten Namen in Verkehr zu bringen.

Was müssen Sie tun

Wenn Sie Lebensmittel mit einer geschützten Angabe produzieren möchten, schließen Sie einen Kontrollvertrag mit der ABCERT ab. Alle notwendigen Unterlagen dafür finden Sie hier.
Zur Terminvereinbarung für Ihre Erstkontrolle setzt sich dann ein kompetenter Kontrolleur mit Ihnen in Verbindung.