EG-Öko-Verordnung

Allgemeine Informationen

Die neue EG-Öko-Verordnung (EG) Nr. 834/2007 und ihre Durchführungsbestimmungen gelten seit dem 01. Januar 2009. Sie beinhalten EU-weit geltende Vorschriften zu Erzeugung, Verarbeitung, Handel und Einfuhr von Öko-Produkten. Sie definieren Mindeststandards der ökologischen Lebensmittelverarbeitung und regeln die Kontrolle und Kennzeichnung von Öko-Produkten.

Für wen ist es gedacht

Unser Angebot in diesem Bereich richtet sich an Betriebe, die Bio-Rohstoffe zu Lebensmitteln verarbeiten und diese als Bio-Lebensmittel vermarkten möchten.

Anforderungen

Die Anforderungen der EG-Öko-VO gelten für reine Bio-Betriebe ebenso wie für Betriebe mit biologischem Teilsortiment.

  • Zutaten: Bis auf einige Ausnahmen dürfen nur Zutaten in ökologischer Qualität eingesetzt werden, die zulässigen konventionellen Zutaten dürfen einen Anteil von 5 % nicht überschreiten. Zulässige Zusatz- und Hilfsstoffe werden in der EG-Öko-Verordnung vorgegeben.
  • Gentechnikausschluss: Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) und aus oder durch GVO hergestellte Erzeugnisse dürfen nicht als Lebensmittel, Verarbeitungshilfsstoff oder Mikroorganismus verwendet werden.
  • Qualitätssicherung im Wareneinkauf und bei der Warenannahme: Bio-Rohstoffe müssen auf Rechnungen und Lieferscheinen des Verkäufers eindeutig als Bio-Produkt gekennzeichnet sein. Der Verkäufer weist dem Käufer durch Vorlage eines gültigen Zertifikats nach, dass er ebenfalls dem EG-Kontrollverfahren untersteht und zur Verarbeitung / Vermarktung von Bio-Produkten berechtigt ist.
  • Führen von Aufzeichnungen: Rezepturen, Eingangs- und Ausgangsrechnungen, Produktionsaufzeichnungen und Inventurlisten dienen während der Bio-Kontrolle zur Überprüfung des Warenflusses im Unternehmen.
  • Trennung von konventionellen und biologischen Zutaten/Produkten: Lebensmittel verarbeitende Betriebe müssen kritische Stufen im Verarbeitungsprozess identifizieren und Vorsorge treffen, um das Risiko einer Kontamination durch unzulässige Stoffe oder Erzeugnisse zu vermeiden. Lagerung, Produktion und Transport von ökologischen Rohwaren/verarbeiteten Produkten sind so zu gestalten, dass eine Verwechslung, Vermischung oder Kontamination mit Produkten und Stoffen, die nicht der EG-Öko-Verordnung entsprechen, ausgeschlossen ist. Lagerstätten und Produktionsräume/-geräte, die für ökologische und nicht ökologische Erzeugnisse genutzt werden, müssen vor der Nutzung für Bio-Waren gereinigt werden. Die Reinigungsmaßnahmen sind auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und zu dokumentieren.
  • Transport von ökologischen Erzeugnissen: Bio-Erzeugnisse dürfen nur in geeigneten Verpackungen, Behältern oder Transportmitteln befördert werden. Transporte mit loser Ware müssen nicht verschlossen/verplombt werden, wenn die Erzeugnisse auf direktem Weg von einem kontrollierten Unternehmen zu einem anderen geschickt werden. Sammeltransporte (z. B. Milch- und Eierabholung von Bio- und konventionellen Landwirten in der gleichen Tour) sind unter Beachtung bestimmter Dokumentationspflichten möglich. Die Kennzeichnung der Ware auf der Verpackung oder auf den Warenbegleitpapieren muss folgendes enthalten: Name und Anschrift des (abgebenden) Unternehmens und des Eigentümers oder Verkäufers des Erzeugnisses, Produktbezeichnung mit Bio-Hinweis, Codenummer der Kontrollstelle, gegebenenfalls die Los-Kennzeichnung, zusätzlich bei Kennzeichnung auf Warenbegleitpapier: Lieferant und/oder Transportunternehmen
  • Deklaration und Etikettierung:
    »95-Prozent-Deklaration« – uneingeschränkte Kennzeichnung: Stammen mindestens 95 Gewichtsprozent der Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs aus ökologischem Landbau und entsprechen alle konventionellen Zutaten, Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffe der EG-Öko-Verordnung, kann ein Produkt uneingeschränkt mit Öko-Hinweisen ausgelobt werden.

    Bio-Kennzeichnung von Einzelzutaten /von Produkten aus Wildfang:
    Bei verarbeiteten Lebensmitteln können einzelne Zutaten im Zutatenverzeichnis mit einem Bio-Hinweis versehen werden, auch wenn die Bio-Zutaten unter 95 Gewichtsprozent der Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs ausmachen. Voraussetzung ist, dass das Lebensmittel überwiegend aus Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs hergestellt ist.
    Auch verarbeitete Erzeugnisse der Jagd oder der Fischerei können im Verzeichnis der Zutaten und im selben Sichtfeld wie die Verkehrsbezeichnung mit »Bio« bezeichnet werden, sofern diese Erzeugnisse als Hauptzutat ein Erzeugnis der Jagd oder Fischerei enthalten und die weiteren Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft stammen.

    Bei beiden Kennzeichnungsmöglichkeiten sind die allgemeinen Vorschriften der EG-Öko-Verordnung für die Herstellung verarbeiteter Lebensmittel einzuhalten (räumliche oder zeitliche Trennung zur Aufbereitung von nicht ökologischen Produkten, nur Verwendung von zugelassenen Zusatz- und Hilfsstoffen sowie nicht ökologischen Zutaten). Außerdem darf auf die ökologische Produktion nur im Zusammenhang mit den ökologischen Zutaten Bezug genommen werden. Dabei ist der Gesamtanteil der Bio-Zutaten an den Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs im Zutatenverzeichnis anzugeben.

    Generell gilt für die Etikettierung und Kennzeichnung von verarbeiteten Lebensmitteln:
    Eine ökologische Zutat darf nicht zusammen mit der gleichen nicht ökologischen Zutat oder während der Umstellung erzeugten Zutat vorkommen.
    Im Verzeichnis der Zutaten ist anzugeben, welche Zutaten ökologisch sind.
    Auf allen Etiketten und Warenbegleitpapieren von Bio-Produkten muss die Codenummer der Kontrollstelle angebracht werden. Die Codenummer von ABCERT lautet: DE-ÖKO-006.
    Bei vorverpackten Lebensmitteln ist künftig ein EU-Bio-Gemeinschaftslogo in Verbindung mit einer Herkunftsangabe und der Codenummer der Kontrollstelle obligatorisch. Das neue Logo wird jedoch erst zum 1. Juli 2010 in Kraft treten.


Weitere Informationen zu den Grundsätzen der Verarbeitung nach der EG-Öko-Verordnung EG Nr. 834/2007 finden Sie hier.

Was macht die ABCERT AG

In ABCERT finden Sie einen zuverlässigen und kompetenten Partner für die Öko-Zertifizierung Ihres verarbeitenden Unternehmens!

Als staatlich anerkannte Kontrollstelle achten wir darauf, dass Sie die gesetzlichen Vorschriften der EG-Öko-Verordnung bei der Verarbeitung von ökologischen Produkten einhalten.

Einmal jährlich überprüfen die erfahrenen ABCERT-Kontrolleure Ihr gesamtes Unternehmen, sie nehmen dabei Einsicht in:

  • die Betriebsstätten und die Produktion
  • die Betriebsabläufe und Warenflüsse
  • die Aufzeichnungen über Ein- und Verkäufe
  • die Wareneingangs- und Warenausgangsdokumentation.


Zusätzlich werden unangekündigte Stichproben und Nachkontrollen durchgeführt.

Erfüllt Ihr Unternehmen die Anforderungen der EG-Öko-Verordnung, erhalten Sie von uns Ihr Zertifikat. Dieses berechtigt Sie, die Produkte Ihres Unternehmens als "Bio" oder "Öko auszuzeichnen. 

Was müssen Sie tun

Wenn Sie Bio-Lebensmittel produzieren möchten, schließen Sie einen Kontrollvertrag mit der ABCERT ab. Alle notwendigen Unterlagen dafür finden Sie hier.

Nach Vertragsabschluss teilen wir Ihnen innerhalb kurzer Zeit Ihre Kontrollnummer mit. Unter dieser Nummer melden wir  Sie bei der zuständigen Behörde als Biobetrieb an.
Zur Terminvereinbarung für Ihre Erstkontrolle setzt sich dann ein kompetenter Kontrolleur mit Ihnen in Verbindung.