Nachhaltigkeits-VOs

Allgemeine Informationen

Im April 2009 wurde in der EU die Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen erlassen. Diese wurde in Deutschland im Juli 2009 in Form der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung (BioSt-NachV) und der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV) in nationales Recht umgesetzt.

Ab 01.01.2011 eingesetzter Biokraftstoff bzw. flüssige Biomasse für die Stromerzeugung müssen die Vorgaben dieser Nachhaltigkeitsverordnungen einhalten, sofern eine der folgenden Vergütungen oder Steuerentlastungen in Anspruch genommen werden soll:

  • Steuerentlastungen des Nachweispflichtigen gemäß § 50 EnergieStG

  • Anrechnung der Biokraftstoffe auf die Biokraftstoffquote nach §§ 37a ff. BimschG

  • Anspruch auf Vergütung nach § 27 Abs. 1 EEG bzw. auf den NawaRo-Bonus nach § 27 Abs. 4 EEG.

Für wen ist es gedacht

Grundsätzlich gelten die Vorgaben der Nachhaltigkeitsverordnungen für die ganze Produktionskette vom Anbau der Biomasse über die Verarbeitung und Lieferung bis zum Anlagenbetreiber. Zertifizierungspflichtig sind dabei die sogenannten Schnittstellen innerhalb dieser Produktionskette. Es wird unterschieden zwischen Ersterfassern (erste Schnittstellen) und Ölmühlen oder sonstigen Verarbeitungsbetrieben, die die Biomasse auf die erforderliche Qualitätsstufe für die Endverwertung aufbereiten (letzte Schnittstellen).

Ersterfasser sind die Betriebe, die Biomasse erstmals vom Anbaubetrieb aufnehmen und mit den Lieferanten und Abnehmern abrechnen (z.B. Händler, Genossenschaften, o.ä.). Die Anbaubetriebe geben gegenüber dem Ersterfasser eine Selbstverpflichtungserklärung ab, mit der sie die Einhaltung der Nachhaltigkeitsverordnungen bestätigen. Dies wird im Rahmen von Stichprobenkontrollen geprüft. Auf diese Weise werden jährlich mindestens 3% der Anbaubetriebe je Ersterfasser kontrolliert. Ebenfalls in Form von Stichproben werden unselbständige Lagerstätten (Lagerung von Biomasse, jedoch keine eigene Rechnungsstellung) geprüft, die zu einem Ersterfasser gehören. Diese Stichprobe umfasst jährlich mindestens 5% der Lagerstätten eines Ersterfassers.

Letzte Schnittstellen sind z.B. Veresterungsanlagen, Bioethanol-Produktionsanlagen, o.ä..

Anforderungen

Damit Biomasse als verordnungskonform im Sinne der deutschen Nachhaltigkeitsverordnungen eingestuft werden kann, müssen folgende Kernpunkte eingehalten werden:

  • für den Anbau der Biomasse fand keine Zerstörung besonders schützenswerter Flächen statt (z.B. Regenwälder, Torfmoore, Feuchtgebiete, o.ä.)

  • der Anbau der Biomasse muss auf nachhaltige Art und Weise passieren. Innerhalb der EU gilt dabei als Mindestanforderung die Einhaltung der Cross Compliance Vorgaben.

  • die Biomasse ist über die gesamte Kette der Erzeugung, Verarbeitung und Lieferung durch Massenbilanzsysteme nachvollziehbar.

  • die Biokraftstoffe bzw. die flüssige Biomasse weisen vom Anbau bis zur Lieferung des fertigen Produktes eine Mindest-Treibhausgaseinsparung im Vergleich zu fossilen Brennstoffen auf.

 

In Deutschland erteilt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Zulassungen für sogenannte Zertifizierungssysteme, die für die Organisation und Umsetzung des Kontroll- und Zertifizierungsverfahrens nach BioSt-NachV bzw. Biokraft-NachV zuständig sind. Auf europäischer Ebene erteilt diese Zulassungen die EU-Kommission. Von der EU-Kommission anerkannte Zertifizierungssysteme gelten unmittelbar in allen 27 EU-Staaten als anerkannt. Jede zertifizierungspflichtige Schnittstelle muss sich bei einem zugelassenen System registrieren und sich vertraglich verpflichten, die Systemvorgaben einzuhalten.

Die ABCERT AG bietet Ihrem Betrieb die Zertifizierung innerhalb folgender Systeme:

  • REDcert-DE
  • REDcert-EU

 

Informationsmaterial („Systemdokumente“), aus denen die Anforderungen der Systeme hervorgehen, sind auf der Internetseite von REDcert (SIE VERLASSEN UNSERE WEBSEITE*) ohne Einschränkung auch für noch nicht vertraglich gebundene Betriebe einsehbar.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der BLE (SIE VERLASSEN UNSERE WEBSEITE*).

Was macht die ABCERT AG

Die ABCERT AG prüft in Ihrem Betrieb in der Regel einmal jährlich, ob die Vorgaben des gewählten Zertifizierungssystems eingehalten werden. Ist dies der Fall, stellt Ihnen die ABCERT AG ein Zertifikat aus, das Sie zur Weitergabe nachhaltiger Biomasse bzw. zur Ausstellung sogenannter Nachhaltigkeitsnachweise berechtigt und gibt dieses Zertifikat auch an die Überwachungsbehörde und das Zertifizierungssystem weiter.

Sofern Sie noch in anderen Bereichen (EG-ÖKO-VO, QS, o.ä.) durch die ABCERT AG zertifiziert werden, können die Kontrollen gegebenenfalls mit entsprechender Zeit- und Kostenersparnis direkt aufeinander folgend von einem Auditor durchgeführt werden.

Was müssen Sie tun

Wenn Ihr Betrieb zertifizierungspflichtig gemäß den Nachhaltigkeits-VOs ist, müssen Sie sich zunächst über die einzuhaltenden Anforderungen informieren und sich dann für eines der zugelassenen Zertifizierungssysteme entscheiden. Mit diesem schließen Sie einen Systemvertrag ab.

Mit uns als Kontroll- und Zertifizierungsstelle schließen Sie einen Vertrag über die Kontrolle nach den Nachhaltigkeits-VOs ab. Gerne informieren wir Sie in einem persönlichen Gespräch und senden Ihnen unsere Info-Mappe zu.
Nach Vertragsabschluss setzt sich innerhalb kurzer Zeit ein kompetenter Auditor der ABCERT AG mit Ihnen in Verbindung und vereinbart einen Termin für die Erstkontrolle.

Für eine zügige und reibungsfreie Kontrolle informieren Sie sich bei dem von Ihnen gewählten Zertifizierungssystem über die Anforderungen (Massenbilanzsystem, Dokumentation über Warenein- und Ausgänge, Kennzeichnung von Warenbegleitscheinen, Selbsterklärungen der Anbaubetriebe etc.) und bereiten die Kontrolle an Hand der Prüf-Checklisten vor, die auf der Internetseite des Zertifizierungssystems REDCert (SIE VERLASSEN UNSERE WEBSEITE*) einsehbar sind.

Weitere Informationen finden Sie auf der Themenseite (SIE VERLASSEN UNSERE WEBSEITE*).

Ihre direkten Ansprechpartner bei der ABCERT für die Nachhaltigkeitszertifizierung:

Martin Marquard

Tel.: 0711/35 17 92-139

Fax: 0711/35 17 92-200

martin.marquard@abcert.de

 

Aaron Fürmetz

Tel.: 0351/43 889 58

Fax: 0351/43 888 870

aaron.fuermetz@abcert.de